Cannabis-Fake-Shops: 7 dreiste Maschen
Ein Klick, ein Warenkorb, Lieferung in zwei Tagen: Wer „Cannabis online kaufen“ in die Suchmaschine tippt, landet schnell bei Seiten, die genau das versprechen. Hinter einem solchen Angebot steckt entweder illegaler Handel oder ein Fake-Shop, der nur dein Geld will. Denn THC-haltiges Cannabis ohne Rezept darf in Deutschland niemand online verkaufen. Ein Fake-Shop nutzt genau die Unsicherheit rund um die Teillegalisierung vom April 2024.
Dieser Ratgeber zeigt sieben Maschen, mit denen ein Fake-Shop rund um Cannabis Kundschaft koedert: vom angeblich legalen THC-Versand ueber geliehene Impressen und verschwindende Zahlarten bis zu Clubs, die liefern wollen, und Apotheken ohne Rezept. Grundlage sind Gesetzestexte sowie Warnungen von Polizei, BSI, BfArM und Verbraucherzentrale, Stand Oktober 2026.
Zur Einordnung: GreenLeafCBD verkauft kein THC-Cannabis, sondern CBD-Aromablueten und CBD-Hasch aus EU-Nutzhanf als Aroma- und Sammlerprodukte fuer Erwachsene ab 18 Jahren. Woran du einen serioesen CBD-Shop erkennst, zeigt ein eigener Abschnitt weiter unten.

Warum es keinen legalen Onlinekauf von THC-Cannabis gibt
Das Konsumcannabisgesetz, kurz KCanG, beginnt mit einem Verbot. Paragraf 2 Absatz 1 KCanG untersagt unter anderem, mit Cannabis Handel zu treiben (Nummer 4), es einzufuehren (Nummer 5), sich Cannabis zu verschaffen (Nummer 11) und es zu erwerben (Nummer 12). Absatz 3 nimmt fuer Erwachsene nur wenige Handlungen aus: den Besitz in den Grenzen von Paragraf 3, den privaten Eigenanbau und die Weitergabe in Anbauvereinigungen. Einen Verkauf an Endkunden kennt diese Liste nicht.
Das Bundesgesundheitsministerium formuliert es in seinen Fragen und Antworten zum Cannabisgesetz (Stand 4. September 2026) knapp: „Versand, Lieferung und Onlinehandel von Cannabis bleiben verboten.“ Wer mit Cannabis Handel treibt, dem drohen nach Paragraf 34 Absatz 1 Nummer 4 KCanG Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, bei gewerbsmaessigem Handeln in der Regel drei Monate bis fuenf Jahre.
Legal verkauft wird Cannabis nur als Medizinalcannabis in der Apotheke. Nach Paragraf 3 Absatz 2 Medizinal-Cannabisgesetz darf es an Endverbraucher nur im Rahmen des Betriebs einer Apotheke gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben werden. Fuer dich heisst das: Jedes Angebot, das dir THC-Blueten ohne Rezept nach Hause schicken will, ist entweder illegaler Handel oder ein Fake-Shop. Welche legalen Wege es gibt, erklaert unser Beitrag Cannabis legal kaufen: 7 klare Antworten.
Was ein Fake-Shop ist - und wie er an dein Geld kommt
Die Polizei beschreibt einen Fake-Shop als besondere Form des Vorkassebetrugs: einen Onlineshop, der in betruegerischer Absicht eroeffnet wird. In der Regel zahlst du im Voraus fuer eine Ware, die du nie erhaeltst, heisst es auf der Beratungsseite der Polizei zu Fakeshops. In wenigen Faellen kommt minderwertige Ware oder eine Faelschung. Den Haendler, den der Fake-Shop vorgibt, gibt es nicht wirklich.
Strafrechtlich geht es bei einem Fake-Shop meist um Betrug. Nach Paragraf 263 StGB macht sich strafbar, wer in Bereicherungsabsicht durch Vorspiegelung falscher Tatsachen einen Irrtum erregt und dadurch das Vermoegen eines anderen schaedigt. Es drohen Freiheitsstrafe bis zu fuenf Jahren oder Geldstrafe, in besonders schweren Faellen, etwa bei gewerbsmaessigem Handeln oder als Mitglied einer Bande, sechs Monate bis zehn Jahre.
Ein Fake-Shop ist heute oft kaum von einem echten Haendler zu unterscheiden. Die Polizei warnt, dass Kriminelle mit Kuenstlicher Intelligenz Shops mit optisch perfekten Layouts und fehlerfreien Rechtstexten in kuerzester Zeit erstellen koennen. Das BSI beobachtet, dass gefaelschte Shops echte Produktfotos zeigen, korrektes Deutsch verwenden und Impressumsangaben existierender Unternehmen kopieren. Auf Rechtschreibfehler als Warnsignal kannst du dich bei einem Fake-Shop also nicht mehr verlassen.
Masche 1: Der angeblich legale THC-Versand ohne Rezept
Die dreisteste Masche ist zugleich die einfachste. Das Versprechen lautet: Seit der Teillegalisierung sei der Versand von THC-Blueten erlaubt, bestellt wird mit Sortenwahl und Grammpreis wie bei einem normalen Haendler. Genau so einen Versandhandel kann es nach dem KCanG aber nicht geben. Hier hilft dir die Rechtslage: Das Versprechen selbst ist das Warnsignal.
Dass es so einen Fake-Shop nicht nur in der Theorie gibt, zeigt die Fake-Shop-Liste der Verbraucherzentrale Hamburg. In ihrer Uebersicht von A bis Z stehen beim Abruf am 21. Oktober 2026 unter anderem die Adressen canna420bis.shop, cannabisonlinebestellen.com und thc-market.de.
Fuer dich zaehlt die Gegenprobe: Ein Shop, der THC-Cannabis ohne Rezept verschickt, waere selbst dann kein legaler Haendler, wenn er liefert. Liefert er nicht, war er ein Fake-Shop. Beides ist ein Grund, die Seite zu schliessen. Was beim Kauf einer lebenden Pflanze erlaubt ist und was nicht, erklaert unser Beitrag Hanfpflanze kaufen: 7 teure Irrtuemer.
Masche 2: Das geliehene Impressum
Ein Impressum wirkt serioes, und genau deshalb faelscht es so ein Fake-Shop. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt, dass Kriminelle manchmal die Daten anderer Personen oder Firmen nutzen, um mit einem scheinbar vollstaendigen Impressum Seriositaet vorzugaukeln. Bei einem Eintrag ihrer Liste vom September 2026 war die Firmenadresse von einem existierenden Unternehmen kopiert, das mit dem Fake-Shop nichts zu tun hatte und selbst Opfer war.
Das BSI nennt ein typisches Indiz: Die Adresse stimmt, aber unter ihr ist die angebliche Firma bei einer Internetrecherche nicht zu finden. Weitere Warnzeichen sind laut BSI ein Postfach, eine kostenpflichtige Telefonnummer im Ausland oder ein Kontakt, der nur ueber ein Formular laeuft. Die Polizei ergaenzt: Das Impressum fehlt, ist unvollstaendig oder die Adresse liegt im Ausland.
Im gemeinsamen Registerportal der Laender lassen sich Handels-, Genossenschafts-, Partnerschafts- und Vereinsregister aller Bundeslaender durchsuchen. Die Verbraucherzentrale Hamburg raet, dort nur die Nummer ohne den Zusatz „HRB“ einzugeben und zu pruefen, ob das Unternehmen tatsaechlich unter der angegebenen Handelsregisternummer eingetragen ist. Ist die Registernummer falsch, gilt laut Verbraucherzentrale: Finger weg.
Passt die Nummer, kann ein Fake-Shop trotzdem fremde Daten verwenden. Dann lohnt der Blick auf die Details: Ist die Telefonnummer erreichbar? Sitzt die Bank, an die du ueberweisen sollst, im selben Land wie die Firma? In den Eintraegen der Hamburger Liste tauchen ungueltige Rufnummern, nicht auffindbare Registernummern und Konten im Ausland mehrfach auf.
Was in ein echtes Impressum gehoert
Die Pflichtangaben stehen im Digitale-Dienste-Gesetz. Nach Paragraf 5 DDG nennen Anbieter geschaeftsmaessiger digitaler Dienste unter anderem Namen und Anschrift, bei juristischen Personen auch Rechtsform und Vertretungsberechtigte, dazu eine E-Mail-Adresse fuer die schnelle Kontaktaufnahme, Register und Registernummer sowie gegebenenfalls die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Braucht ein Angebot eine behoerdliche Zulassung, gehoert auch die Aufsichtsbehoerde dazu - wichtig fuer Masche 5. Ein Fake-Shop, der nur eine E-Mail-Adresse nennt, erfuellt das nicht.
Masche 3: Zahlarten, die an der Kasse verschwinden
Auf der Startseite prangen Logos fuer Kreditkarte, Nachnahme oder bekannte Bezahldienste, an der Kasse bleibt nur die Ueberweisung. Genau dieses Muster beschreiben Polizei und BSI: Erst gibt es eine Auswahl an Zahlarten, bei der Bestellung ist dann nur noch Vorkasse moeglich. Fuer einen Fake-Shop ist das der entscheidende Schritt, denn eine Ueberweisung laesst sich laut Polizei allenfalls kurzfristig rueckgaengig machen.
Vorkasse allein beweist noch keinen Betrug, auch serioese Haendler bieten sie an. Die Polizei raet aber, an unbekannte Shops nicht per Vorkasse zu zahlen. Ein Fake-Shop verraet sich, wenn mehrere Signale zusammenkommen. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, auf den Sitz der Bank zu achten und nicht auf ein auslaendisches Konto zu ueberweisen, wenn der Shop laut Impressum in Deutschland sitzt. Bei Bezahldiensten warnt sie vor der Funktion zum Geldsenden an Freunde.
Noch deutlicher sind andere Zahlwege. Die Polizei raet, beim Onlinekauf auf keinen Fall Bargeld-Transferdienste oder Gutschein-, Geschenk- und Guthabenkarten zu nutzen. Bei betruegerischen Online-Apotheken hat die oesterreichische Watchlist Internet beobachtet, dass sehr oft auch Kryptowaehrungen angeboten werden, verbunden mit einem Rabatt von zehn Prozent fuer diese Zahlart.
Masche 4: Der Club, der angeblich liefert
Seit dem 1. Juli 2024 gelten die Regeln fuer Anbauvereinigungen, umgangssprachlich Cannabis-Clubs. Das macht sie zum Koeder. Wird dir eine „Mitgliedschaft“ mit Lieferung nach Hause angeboten oder sollst du vorab fuer die „Reservierung“ von Mengen zahlen, die per Paket kommen, ist Vorsicht angebracht. Ob dahinter im Einzelfall ein Fake-Shop oder ein illegaler Haendler steckt, kannst du von aussen nicht pruefen. Am Gesetz scheitern solche Angebote in jedem Fall.
Nach Paragraf 19 Absatz 4 KCanG sind Versand und Lieferung von Cannabis verboten. Weitergegeben wird nach Absatz 2 nur im befriedeten Besitztum des Clubs, bei persoenlicher Anwesenheit beider Mitglieder und mit Kontrolle von Mitgliedsausweis und amtlichem Lichtbildausweis. Aufgenommen werden darf nach Paragraf 16 nur, wer volljaehrig ist und einen Wohnsitz oder gewoehnlichen Aufenthalt in Deutschland mit amtlichem Dokument nachweist.
Auch Werbung passt nicht ins Bild. Paragraf 6 KCanG verbietet Werbung und jede Form des Sponsorings fuer Cannabis und fuer Anbauvereinigungen, laut Bundesgesundheitsministerium ausdruecklich auch in sozialen Medien. Verkaufen darf ein Club ebenfalls nicht: Mitglieder zahlen Beitraege nach der Satzung. Ein Onlineshop mit Warenkorb und Lieferung passt deshalb eher zu einem Fake-Shop als zu einem Verein. Wie Aufnahme und Abholung tatsaechlich ablaufen, erklaert unser Beitrag Mitglied im Cannabis-Club: 7 kluge Fakten.
So pruefst du, ob es einen Club wirklich gibt
Eine Anbauvereinigung ist nach Paragraf 1 Nummer 13 KCanG ein eingetragener nicht wirtschaftlicher Verein oder eine eingetragene Genossenschaft. Andere Rechtsformen wie Stiftungen oder Unternehmen sind laut Bundesgesundheitsministerium nicht zugelassen. Tritt ein „Club“ als GmbH, als Limited oder ganz ohne erkennbare Rechtsform auf, passt das nicht zum Gesetz.
Ob ein Verein existiert, zeigt das Vereins- oder Genossenschaftsregister im Registerportal der Laender. Das allein reicht aber nicht: Fuer Anbau und Weitergabe braucht der Club nach Paragraf 11 KCanG eine Erlaubnis der Behoerde, die das jeweilige Bundesland bestimmt. Die Eintragung ins Register genuegt dafuer laut Ministerium nicht. Im Zweifel fragst du dort nach, bevor du Geld ueberweist.
Masche 5: Die Apotheke ohne Rezept
Wer weiss, dass Apotheken Medizinalcannabis abgeben duerfen, faellt leichter auf einen Fake-Shop herein, der sich als Online-Apotheke ausgibt. Die Watchlist Internet beschreibt bei betruegerischen Versandapotheken den Hinweis, fuer verschreibungspflichtige Arzneimittel sei kein Rezept noetig, oder die Behauptung, das Rezept werde online ausgestellt. Diese Behauptung stellt sich im Bestellprozess als falsch heraus. Dazu kommen Schlagworte wie „sicher und diskret“ und „kostenloser Versand“.
Fuer Medizinalcannabis gilt in Deutschland: Verschreiben duerfen es nach Paragraf 3 Absatz 1 MedCanG nur Aerztinnen und Aerzte, abgegeben wird es nach Absatz 2 nur in der Apotheke gegen Vorlage der Verschreibung. Ein Shop, der Blueten „ohne Rezept“ verkauft, ist damit ein illegaler Anbieter oder ein Fake-Shop. Wie Rezept, Preis und Versand rechtmaessig ablaufen, erklaert Cannabis aus der Apotheke: 7 spannende Fakten, die Debatte um Online-Rezepte beschreibt Cannabis auf Rezept: Der Telemedizin-Streit.
Ob du eine echte Versandapotheke oder einen Fake-Shop vor dir hast, kannst du pruefen. Das BfArM fuehrt das deutsche Versandhandels-Register. Registrierte Haendler muessen das EU-Sicherheitslogo zeigen, und ein Klick darauf muss zum Registereintrag auf einer Seite fuehren, deren Adresse nach https:// mit versandhandel.dimdi.de/ beginnt. Als Warnsignale fuer illegalen Arzneimittelversand nennt das BfArM unter anderem verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept und ein Impressum ohne Aufsichtsbehoerde und Apothekerkammer.
Masche 6: Lockpreise, Countdown und kuenstliche Verknappung
Ein Fake-Shop ist laut Verbraucherzentrale meist nur kurz online. Er braucht deshalb schnelle Entscheidungen, und die erzwingt er mit Zeitdruck. Das BSI berichtete im November 2025, dass Kundinnen und Kunden gezielt mit knappen Countdown-Timern und extremen Rabatten zum Kauf gelockt werden. Die Polizei beschreibt, dass Betrueger ihre Lockangebote schnell an die aktuelle Nachfrage anpassen.
Die Polizei empfiehlt als ersten Schritt, den Preis mit anderen Anbietern zu vergleichen. Weil es keinen legalen Onlinehandel mit THC-Blueten gibt, fehlt dir dieser Vergleich. Umso wichtiger ist die Regel der Initiative Sicher Handeln: Stoppen, wenn ein Angebot Druck ausuebt oder zu gut klingt, Hinterfragen, ob der Shop serioes ist, und Schuetzen, indem du Verdaechtiges meldest.
Ein Preis deutlich unter dem Marktwert ist nach Einschaetzung der Polizei in der Regel eine rote Flagge, gerade an Aktionstagen. Laesst dich ein Fake-Shop mit ablaufender Uhr nicht nachdenken, ist das kein Service, sondern Taktik.
Masche 7: Siegel und Bewertungen, die nichts beweisen
Ein Siegel im Footer, ein paar Sterne, begeisterte Rezensionen: So leiht sich ein Fake-Shop Vertrauen. Laut Polizei werben die Betreiber haeufig mit frei erfundenen oder unrechtmaessig verwendeten bekannten Guetesiegeln, auch Bewertungen auf solchen Seiten sind oft nicht authentisch. Das BSI ergaenzt, dass Betrueger neue Siegel erfinden oder bestehende kopieren. Die Kopie ist dann meist nicht klickbar.
Einen Fake-Shop entlarvt oft schon ein Klick auf das Siegel. Die Polizei raet zur Skepsis, wenn ein Shop Guetesiegel auffuehrt, aber nicht zu den Ausstellern verlinkt. Bewertungen pruefst du besser ausserhalb des Shops, etwa indem du den Shopnamen zusammen mit Begriffen wie „Erfahrung“ oder „Bewertung“ in eine Suchmaschine eingibst.
Auch Behoerdenlogos sind kein Beweis. Das BfArM berichtet, dass im Internet, etwa auf Social-Media-Plattformen, Produkte mit seinem Logo beworben oder eine Zertifizierung durch das BfArM behauptet werden. Das Institut stellt klar, dass es weder fuer einzelne Produkte noch fuer Anbieter wirbt. Ein Fake-Shop mit Behoerdenlogo luegt also gleich doppelt.
Wenn das Angebot per Messenger oder Social Media kommt
Nicht jede Masche beginnt im Shop selbst. Die Polizei beschreibt, dass Anzeigen in Suchmaschinen oder auf Websites mit unschlagbaren Preisen auf einen Fake-Shop locken. Bei Cannabis kommt hinzu: Werbung fuer Cannabis ist nach Paragraf 6 KCanG verboten. Wer offen in sozialen Netzwerken oder Messenger-Kanaelen damit wirbt, haelt sich schon an diese Regel nicht.
Ob hinter einem solchen Kanal ein Dealer oder ein Betrueger steckt, siehst du von aussen nicht. Fuer dich ist beides ein Grund, nicht zu bestellen. Was bei Bestellungen ueber versteckte Marktplaetze passiert, beschreibt unser Beitrag Darknet und Cannabis: 7 bittere Wahrheiten.
Warum Fake-Shops gerade bei Cannabis so gut funktionieren
Seit dem 1. April 2024 ist der Besitz fuer Erwachsene in Grenzen erlaubt, der Kauf ausserhalb von Club und Apotheke aber nicht. Diese Luecke zwischen „besitzen duerfen“ und „nicht kaufen duerfen“ ist der Hebel, den ein Fake-Shop nutzt: Er fuellt sie mit dem Wort „legal“.
Hinzu kommt die Anzeige. Nach dem Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizei haben nur 32 Prozent derjenigen, die in den zwoelf Monaten zuvor Cyberkriminalitaet erlebt hatten, Anzeige bei der Polizei erstattet. Wer fuer ein Cannabis-Angebot bezahlt hat, zoegert womoeglich noch mehr, weil er die eigene Bestellung offenlegen muesste. Fuer die Betreiber kann das bedeuten: weniger Anzeigen und weniger Ermittlungsdruck.
Dazu kommt die Reichweite der Taeter. Die Polizei weist darauf hin, dass sie haeufig aus dem Ausland agieren und das Loeschen solcher Seiten deshalb oft umstaendlich und langwierig ist. Ein Fake-Shop kann so ueber Wochen weiter Geld einsammeln.
Zahlen: So verbreitet ist Betrug beim Onlineshopping
Wie oft ein Fake-Shop gezielt Cannabis anbietet, erfasst keine Statistik. Fuer den Onlinehandel insgesamt liefert der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und dem Programm Polizeiliche Kriminalpraevention ein Bild: 11 Prozent der Befragten waren in den zwoelf Monaten vor der Befragung von einer Straftat im Internet betroffen. Haeufigster Tatbestand blieb laut BSI-Pressemitteilung vom 11. Mai 2026 Betrug beim Onlineshopping. Im Kurzbericht zur Studie nannten ihn 22 Prozent der Betroffenen.
88 Prozent der Betroffenen berichteten von einem Schaden, ein Drittel von finanziellen Verlusten. Befragt wurden vom 6. bis 12. Januar 2026 insgesamt 3.060 Personen ab 16 Jahren.
Woran du einen Fake-Shop in zwei Minuten erkennst
Die folgenden Pruefpunkte stammen aus den Hinweisen von Polizei, BSI und Verbraucherzentrale.
- Angebot: THC-Blueten ohne Rezept zum Versand? Dann ist der Fall erledigt, legal geht das nicht.
- Impressum: vollstaendige Anschrift, Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Telefon und E-Mail. Postfach oder nur ein Kontaktformular sind Warnzeichen.
- Register: Handelsregisternummer im Registerportal pruefen, nur die Nummer ohne „HRB“ eingeben.
- Zahlarten: Bleiben an der Kasse alle angezeigten Zahlarten? Sitzt die Bank im selben Land wie die Firma?
- Siegel: Fuehrt ein Klick zum Aussteller und zum Zertifikat fuer genau diesen Shop?
- Preis und Druck: Countdown, extreme Rabatte, Preise weit unter dem Markt?
- Adresse: auffaellige Domains, etwa mit der Endung „.de.com“, oder minimal veraenderte Namen bekannter Shops.
- Bestellbutton: Laut BSI ist ein Button mit unklaren Begriffen wie „Anmelden“ statt „Zahlungspflichtig bestellen“ ein Indiz fuer einen Fake-Shop.
Ein Fake-Shop muss nicht alle Merkmale zeigen, ein einzelnes kann genuegen. Auch das Schloss-Symbol im Browser beweist wenig: Laut BSI nutzt auch ein Fake-Shop immer oefter eine sichere Verbindung. Faellt ein Shop bei einem der Punkte durch, bestell nicht.
Der Fakeshop-Finder und die Warnlisten der Verbraucherzentralen
Fuer den schnellen Gegencheck empfiehlt die Polizei den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale. Laut einem Beitrag der Polizei vom 28. November 2025 gibst du dort die Webadresse eines Shops ein. Das Werkzeug prueft die Seite auf die wichtigsten Merkmale serioeser Onlineshops und fasst das Ergebnis zusammen. Einen bereits bekannten Fake-Shop erkennt es leicht, die eigene Pruefung ersetzt es nach Einschaetzung der Polizei aber nicht.
Ergaenzend fuehrt die Verbraucherzentrale Hamburg eine oeffentliche Liste fragwuerdiger Onlineshops mit Erlaeuterungen und einer Uebersicht von A bis Z. Verbraucherinnen und Verbraucher koennen dort betruegerische Shops zur Veroeffentlichung melden. Ein fehlender Eintrag beweist allerdings nichts, denn jede Liste bildet nur ab, was bereits gemeldet wurde.
Schon bezahlt? Die ersten Schritte
Ist dein Geld beim Fake-Shop gelandet, zaehlt Zeit. Die Verbraucherzentrale Hamburg raet, sofort das eigene Kreditinstitut zu kontaktieren und zu versuchen, das Geld zurueckbuchen zu lassen. Bei einer Lastschrift koennen Abbuchungen laut Polizei noch nach einigen Tagen storniert werden. Hast du ueber einen Bargeld-Transferdienst bezahlt, wendest du dich sofort an den Dienstleister, damit er die Transaktion stoppt.
Lass dich nicht vertroesten. Laut Polizei taeuscht so ein Fake-Shop oft Lieferschwierigkeiten vor, um Betroffene daran zu hindern, bereits getaetigte Ueberweisungen rueckgaengig zu machen. Sichere parallel alle Beweise: Bestellbestaetigung, E-Mails, Chatverlaeufe, Kontoauszug und Screenshots der Shopseite. Die Polizei empfiehlt, die Belege aufzubewahren und auszudrucken.
Anzeige erstatten kannst du bei jeder Polizeidienststelle oder online. Nach Angaben der Polizei ist die Online-Anzeige in allen Bundeslaendern moeglich, das Portal der Onlinewachen fuehrt dich bei Taten im Internet ueber deinen Wohnsitz zur zustaendigen Onlinewache. Die Strafanzeige ist kostenlos. Ging es bei der Bestellung um Cannabis, lies vorher aber den naechsten Abschnitt.
Das juristische Dilemma: Wer THC bestellt, hat selbst ein Problem
Hier liegt der Unterschied zu einem Fake-Shop fuer Sneaker oder Smartphones. Wer THC-Blueten bestellt, wollte selbst etwas Verbotenes: Paragraf 2 Absatz 1 Nummer 12 KCanG verbietet, Cannabis zu erwerben, und den Kauf ordnet die Gesetzesbegruendung ausdruecklich dem Erwerb zu (BT-Drs. 20/8704, S. 94). Strafbar ist der Erwerb nach Paragraf 34 Absatz 1 Nummer 12 KCanG allerdings erst ab mehr als 25 Gramm pro Tag oder mehr als 50 Gramm pro Kalendermonat.
Der Versuch ist nach Paragraf 34 Absatz 2 in den Faellen der Nummern 3 bis 16 strafbar, dazu gehoeren auch Erwerb und Sich-Verschaffen. Nummer 11 stellt das Sich-Verschaffen ohne Mindestmenge unter Strafe. Wie weit dieser Tatbestand neben dem Erwerb reicht, beantwortet der Wortlaut nicht abschliessend, die Gesetzesbegruendung verweist auf die Auslegung im Betaeubungsmittelrecht. Soll die Ware aus dem Ausland kommen, kommt ausserdem eine Einfuhr nach Nummer 5 in Betracht, die ohne Mindestmenge strafbar ist.
Bei geringen Mengen zum Eigenverbrauch kann die Staatsanwaltschaft nach Paragraf 35a KCanG von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld gering waere und kein oeffentliches Interesse besteht. Die Vorschrift erfasst ausdruecklich auch den Versuch nach Paragraf 34 Absatz 2. Einen Anspruch darauf hast du nicht.
Wer Anzeige erstattet, schildert zwangslaeufig auch die eigene Bestellung. Als Zeugin oder Zeuge darfst du nach Paragraf 55 StPO die Auskunft auf Fragen verweigern, deren Beantwortung dich der Gefahr einer Verfolgung wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit aussetzen wuerde. Ob und wie du Anzeige erstattest, besprichst du am besten vorher mit einer Rechtsanwaeltin oder einem Rechtsanwalt. Deine Rechte bei einer Durchsuchung erklaert Hausdurchsuchung & Cannabis: 8 starke Rechte.
Die 7 Maschen im Ueberblick
- Masche 1: Legaler THC-Versand ohne Rezept - gibt es in Deutschland nicht.
- Masche 2: Geliehenes Impressum - Registernummer im Registerportal pruefen.
- Masche 3: Verschwindende Zahlarten - an der Kasse bleibt nur die Ueberweisung.
- Masche 4: Club mit Lieferung - Versand und Lieferung sind Clubs verboten.
- Masche 5: Apotheke ohne Rezept - Medizinalcannabis nur gegen Verschreibung.
- Masche 6: Lockpreise und Countdown - Zeitdruck ist Taktik.
- Masche 7: Siegel und Bewertungen - Klick auf das Siegel muss zum Aussteller fuehren.
So sieht ein serioeser CBD-Shop aus
Legal online bestellen kannst du in Deutschland zum Beispiel CBD-Aromablueten und CBD-Hasch aus EU-Nutzhanf. Das KCanG nimmt CBD und Nutzhanf ausdruecklich von seinem Cannabisbegriff aus (Paragraf 1 Nummer 8 Buchstabe b und d KCanG). Nutzhanf setzt nach Nummer 9 unter anderem einen Verkehr zu gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken voraus, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschliessen, dazu zertifiziertes EU-Saatgut oder hoechstens 0,3 Prozent THC.
Einen serioesen CBD-Shop erkennst du an Transparenz: ein vollstaendiges Impressum mit Firmenanschrift, Laboranalysen fuer jede Charge, klare Angaben zu CBD- und THC-Gehalt, transparente Preise mit Grundpreis pro Gramm, eine Altersgrenze ab 18 Jahren und keine Heilversprechen. Die acht Merkmale im Detail zeigt unser Beitrag Serioese CBD-Shops erkennen, wie du ein Analysezertifikat liest, erklaert unser Laboranalyse-Ratgeber.
CBD-Aromablueten bei GreenLeafCBD: transparent und laborgeprueft
Bei GreenLeafCBD liegen alle Produkte freiwillig unter 0,2 Prozent THC, ein Hausstandard, strenger als die gesetzliche Grenze. Unsere Aromablueten und unser CBD-Hasch stammen aus EU-zertifiziertem Nutzhanf, jede Charge ist unabhaengig laborgeprueft. Wir verkaufen nur an Erwachsene ab 18 Jahren, die Produkte sind Aroma- und Sammlerprodukte und nicht zum Rauchen oder Verzehr bestimmt.
Welche Zahlarten wir anbieten und warum, erklaert unser Beitrag Warum CBD-Shops kein PayPal anbieten. Ab 85 Euro Bestellwert ist der Versand kostenlos. Das Sortiment findest du unter CBD Blueten und CBD Hasch.
Haeufige Fragen zu Cannabis-Fake-Shops
Kann man in Deutschland legal THC-Cannabis online kaufen?
Nein. Laut Bundesgesundheitsministerium bleiben Versand, Lieferung und Onlinehandel von Cannabis verboten. Legal verkauft wird Cannabis nur als Medizinalcannabis in der Apotheke gegen Verschreibung. Ein Shop, der THC-Blueten ohne Rezept anbietet, ist illegaler Handel oder ein Fake-Shop.
Woran erkenne ich einen Fake-Shop am schnellsten?
Am Angebot selbst, wenn es um THC ohne Rezept geht. Sonst helfen vier Pruefungen: Registernummer im Registerportal checken, an der Kasse auf die Zahlarten achten, auf das Guetesiegel klicken und den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale nutzen.
Was mache ich, wenn ich bei einem Fake-Shop bezahlt habe?
Sofort die Bank oder den Zahlungsdienst kontaktieren und versuchen, das Geld zurueckbuchen zu lassen. Dann alle Belege sichern und Anzeige erstatten, auch online ueber die Onlinewache. Ging es um Cannabis, lass dich vorher anwaltlich beraten.
Mache ich mich strafbar, wenn ich Cannabis in einem Fake-Shop bestellt habe?
Der Erwerb ist immer verboten, strafbar nach Paragraf 34 KCanG aber erst ab mehr als 25 Gramm pro Tag oder 50 Gramm pro Monat, auch im Versuch. Sich-Verschaffen und Einfuhr sind ohne Mindestmenge strafbar. Bei geringen Mengen kann die Staatsanwaltschaft nach Paragraf 35a absehen. Klaere deinen Fall anwaltlich.
Darf ein Cannabis-Club Cannabis per Post schicken?
Nein. Paragraf 19 Absatz 4 KCanG verbietet Versand und Lieferung ausdruecklich. Weitergegeben wird nur persoenlich im befriedeten Besitztum des Clubs, mit Mitgliedsausweis und amtlichem Lichtbildausweis. Ein „Club“, der liefert, ist ein illegaler Anbieter oder ein Fake-Shop.
Gibt es Online-Apotheken, die Cannabis ohne Rezept verkaufen?
Legal nicht. Medizinalcannabis darf nach Paragraf 3 MedCanG nur gegen Verschreibung abgegeben werden. Echte Versandapotheken zeigen das EU-Sicherheitslogo, ein Klick darauf fuehrt zum Eintrag im Versandhandels-Register des BfArM.
Was ist der Fakeshop-Finder?
Ein Online-Werkzeug der Verbraucherzentralen. Du gibst die Webadresse eines Shops ein, das Werkzeug prueft wichtige Merkmale serioeser Onlineshops und fasst das Ergebnis zusammen. Laut Polizei erkennt es einen bekannten Fake-Shop leicht, ersetzt aber nicht die eigene Pruefung.
Sind Guetesiegel ein Beweis fuer einen serioesen Shop?
Nein. Betrueger erfinden Siegel oder kopieren bekannte, die Kopie ist laut BSI meist nicht klickbar. Ein echtes Siegel fuehrt per Klick zum Aussteller und zum Zertifikat fuer genau diesen Shop. Fehlt dieser Link, kann ein Fake-Shop dahinterstecken.
Fazit: Ein Fake-Shop lebt von Eile und Schweigen
Fuer THC-Cannabis ohne Rezept gibt es in Deutschland keinen legalen Onlineshop. Wer dir genau das verspricht, ist ein illegaler Haendler oder ein Fake-Shop. Die sieben Maschen aehneln sich: ein Versprechen, das das Gesetz nicht hergibt, fremde Daten, verschwindende Zahlarten, Zeitdruck und falsche Siegel. Schuetzen kannst du dich mit wenigen Minuten Pruefung, und wenn es schon passiert ist, zaehlen Bank, Beweise und anwaltlicher Rat.
Legal und transparent online bestellen kannst du CBD-Aromablueten und CBD-Hasch aus EU-Nutzhanf. Ein serioeser Anbieter zeigt dir Impressum, Laboranalyse je Charge und klare Preise und verkauft nur an Erwachsene ab 18 Jahren - als Aroma- und Sammlerprodukte, nicht zum Rauchen oder Verzehr.
Stand Oktober 2026. Dieser Beitrag gibt allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Unsere Produkte sind Aroma- und Sammlerprodukte fuer Erwachsene ab 18 Jahren und nicht zum Rauchen oder Verzehr bestimmt.
