Die Entdeckung des CBD

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Cannabidiol wirkt wie eine Entdeckung der letzten Jahre – tatsaechlich liegt die Entdeckung des CBD mehr als achtzig Jahre zurueck. Zwischen der ersten Isolierung im Labor und dem Moment, in dem CBD-Blueten in Onlineshops auftauchten, liegen zwei Weltkriege, ein Jahrzehnte langer Forschungsstillstand und eine Handvoll Wissenschaftler, die hartnaeckig weitermachten. Dieser Beitrag erzaehlt die Chronologie: wer wann was entdeckte, warum dazwischen so viel Zeit verging und wieso diese Geschichte fuer dich als Kaeufer heute noch relevant ist.

1940: die erste Isolierung

Die Entdeckung des CBD beginnt in einem amerikanischen Universitaetslabor. Der Chemiker Roger Adams isolierte 1940 an der University of Illinois erstmals eine Substanz aus Hanfextrakt, die er Cannabidiol nannte. Etwa zeitgleich arbeitete in Cambridge der spaetere Nobelpreistraeger Alexander Todd an derselben Fragestellung. Beide standen vor demselben Problem: Sie hatten eine Substanz in Haenden, deren genaue Struktur sie mit den damaligen Methoden nicht vollstaendig aufklaeren konnten. Das Molekuel war entdeckt, verstanden war es noch lange nicht – und genau diese Luecke praegte die naechsten zwei Jahrzehnte.

Warum danach zwanzig Jahre wenig passierte

Zwischen der ersten Isolierung und dem naechsten grossen Schritt liegt eine erstaunlich lange Pause. Zwei Gruende erklaeren sie. Erstens die Analysetechnik: Verfahren, mit denen sich komplexe Molekuelstrukturen zuverlaessig aufklaeren lassen, standen erst ab den Fuenfzigern und Sechzigern breit zur Verfuegung. Zweitens die politische Lage – Cannabis geriet weltweit unter Verbot, Forschungsgenehmigungen wurden schwierig, Foerdermittel selten. Wie sich die Pflanze ueber die Jahrhunderte vom Alltagsrohstoff zum Politikum entwickelte, zeichnet unser Beitrag Die Geschichte des Hanfs nach. Die Entdeckung blieb also liegen, weil niemand sie weiterverfolgen konnte.

Infografik: Die Entdeckung des CBD - Zeitstrahl von 1940 bis heute

1963: die Struktur wird aufgeklaert

Der entscheidende Durchbruch gelang in Israel. Am Weizmann-Institut klaerten Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni 1963 die chemische Struktur von Cannabidiol vollstaendig auf. Ein Jahr spaeter gelang derselben Arbeitsgruppe dasselbe fuer Tetrahydrocannabinol. Diese Reihenfolge ist bemerkenswert: CBD war zuerst verstanden, THC folgte. Damit war zum ersten Mal sauber belegt, dass die Pflanze zwei voellig verschiedene Hauptmolekuele enthaelt – und dass sich ihre Wege trennen lassen. Ohne diese Arbeit gaebe es weder eine Unterscheidung nach Cannabinoidgehalt noch die heutige Nutzhanfzucht.

Die Trennung von CBD und THC

Aus dieser Erkenntnis folgte alles Weitere. Sobald klar war, dass zwei getrennte Molekuele vorliegen, liess sich gezielt zuechten: auf hohen CBD- und niedrigen THC-Gehalt hin. Genau darauf beruht der gesamte Nutzhanfanbau, wie ihn der EU-Sortenkatalog heute regelt. Auch die spaeter entdeckten Saeureformen gehoeren in diese Geschichte – in der lebenden Pflanze liegen die Cannabinoide zunaechst als CBDA und THCA vor und wandeln sich erst durch Waerme und Zeit um, wie unser Beitrag Die Saeureformen CBDA und THCA erklaert. Das Verstaendnis dieser Chemie ist die Grundlage jeder Laborangabe, die du heute auf einem Zertifikat liest.

Warum ausgerechnet Israel zum Zentrum wurde

Dass die entscheidenden Arbeiten nicht in den USA oder Europa entstanden, hat einen nuechternen Grund: Waehrend Cannabisforschung anderswo an Genehmigungen und Vorbehalten scheiterte, konnte in Israel ueber Jahrzehnte kontinuierlich gearbeitet werden. Mechoulams Arbeitsgruppe blieb dem Thema treu, als es wissenschaftlich unattraktiv galt, und lieferte in den folgenden Jahrzehnten eine ganze Reihe weiterer Entdeckungen – darunter die Identifikation koerpereigener Botenstoffe, die den Pflanzenmolekuelen strukturell aehneln. Diese Ausdauer ist der eigentliche Grund, warum das Feld heute ueberhaupt eine belastbare Grundlage hat. Wissenschaftsgeschichtlich ist das ein bekanntes Muster: Durchbrueche entstehen selten dort, wo die meisten Mittel fliessen, sondern dort, wo jemand lange genug dranbleibt. Fuer CBD bedeutete das einen Vorlauf von rund einem halben Jahrhundert, bevor daraus ein Produkt wurde.

Die Entdeckung des koerpereigenen Systems

Eine weitere Etappe folgte in den spaeten Achtzigern und Neunzigern. Forscherinnen und Forscher fanden zunaechst Bindungsstellen im Koerper, an denen Cannabinoide andocken, und identifizierten kurz darauf koerpereigene Botenstoffe mit aehnlicher Struktur. Damit war klar, dass es sich nicht um einen Zufallseffekt handelt, sondern um ein eigenstaendiges Signalsystem, das der Koerper unabhaengig von der Pflanze unterhaelt. Der Aufbau dieses Systems ist im Beitrag Das Endocannabinoid-System beschrieben. Fuer die Forschung war das der eigentliche Wendepunkt: Aus einer Pflanzensubstanz wurde ein Thema der allgemeinen Physiologie.

Wie viele Cannabinoide es wirklich gibt

Mit besserer Analytik wuchs auch die Liste. Neben CBD und THC sind inzwischen mehr als hundert weitere Cannabinoide in der Pflanze beschrieben – die meisten nur in Spuren. Bekanntere Vertreter wie CBG, CBC oder CBN kamen erst nach und nach dazu, teils durch gezielte Suche, teils als Nebenbefund. Einen Ueberblick liefert unser Beitrag Cannabinoide im Ueberblick, die selteneren Vertreter sortiert Seltene Cannabinoide. Bemerkenswert ist dabei, wie stark der Erkenntnisstand vom Messverfahren abhaengt: Was nicht messbar ist, existiert fuer die Wissenschaft praktisch nicht. Jede Verbesserung der Analytik hat die Liste verlaengert – ein Muster, das sich vermutlich fortsetzt.

Von der Forschung ins Regal

Der Weg vom Labor in den Handel dauerte noch einmal Jahrzehnte. Erst als der Nutzhanfanbau in Europa wieder erlaubt war und Sorten mit hohem CBD- und niedrigem THC-Gehalt zur Verfuegung standen, entstand ein Markt. Ab etwa 2015 wuchs er rasant, was die Regulierung schnell einholte: 2019 stufte die EU cannabinoidhaltige Erzeugnisse als neuartige Lebensmittel ein – die Grundlage fuer den Hinweis, der bis heute auf jeder Packung steht, wie unsere Beitraege CBD und Novel Food und Nicht zum Verzehr ausfuehren. Aus einer Laborfrage von 1940 war ein Regulierungsthema geworden.

Was die Geschichte fuer Kaeufer bedeutet

Drei Dinge lassen sich daraus mitnehmen. Erstens: Die Analytik, die heute jedes Laborzertifikat ermoeglicht, ist das direkte Erbe dieser Forschungsgeschichte – ohne Strukturaufklaerung keine Gehaltsangabe. Wie so eine Messung ablaeuft, zeigt Wie ein CBD-Labor arbeitet. Zweitens: Die saubere Trennung von CBD und THC ist keine Marketingaussage, sondern Chemie mit Jahrzehnten Vorlauf. Und drittens: Vieles ist noch offen. Wer heute Aussagen liest, die weit ueber den belegten Stand hinausgehen, sollte skeptisch werden – warum wir konsequent darauf verzichten, erklaert Warum serioese Shops keine Wirkversprechen machen.

Haeufige Fragen zur Entdeckungsgeschichte

Wer hat CBD entdeckt?

Die erste Isolierung gelang 1940 dem US-Chemiker Roger Adams; zeitgleich arbeitete Alexander Todd in Cambridge an derselben Frage. Die vollstaendige Strukturaufklaerung folgte erst 1963 durch Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni in Israel. Streng genommen gibt es also zwei Entdeckungsmomente: die Isolierung der Substanz und das Verstaendnis ihres Aufbaus – dazwischen liegen mehr als zwanzig Jahre.

Wurde CBD vor THC entdeckt?

Ja, in beiden Schritten. CBD wurde frueher isoliert und auch frueher strukturell aufgeklaert. THC folgte jeweils ein bis zwei Jahrzehnte beziehungsweise ein Jahr spaeter.

Warum kennt man CBD erst seit Kurzem?

Weil zwischen wissenschaftlicher Entdeckung und oeffentlicher Bekanntheit ein grosser Abstand lag. Erst der wieder erlaubte Nutzhanfanbau und geeignete Sorten machten aus dem Laborthema ab etwa 2015 ein Produkt.

Ist die Forschung abgeschlossen?

Nein. Zu vielen der ueber hundert bekannten Cannabinoide gibt es bislang nur wenige Daten. Serioese Anbieter halten sich deshalb bei Aussagen zurueck und beschraenken sich auf gemessene Gehalte.

Fazit: eine Entdeckung mit langem Anlauf

Die Entdeckung des CBD ist keine Geschichte eines einzelnen Geistesblitzes, sondern eine Kette aus Isolierung, Strukturaufklaerung und der spaeteren Einsicht, dass der Koerper ein eigenes verwandtes System besitzt. Vier Jahrzehnte lagen zwischen dem ersten Extrakt und dem vollstaendigen Verstaendnis, weitere fuenf bis zum Regal. Wer diese Chronologie kennt, ordnet die Gegenwart besser ein: Die Grundlagen sind solide erforscht, die Analytik ist praezise, und trotzdem bleibt vieles offen. Genau deshalb reden wir ueber Sorten, Gehalte und Duefte – und ueberlassen alles Weitere der Wissenschaft.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Forschungs- und Entdeckungsgeschichte wieder und trifft keinerlei Aussagen zu Anwendung oder Wirkung. CBD-Blueten und CBD-Hasch von GreenLeafCBD sind Aroma- und Sammlerprodukte fuer Erwachsene ab 18 Jahren.